Steinwolleplatten WLS 035 - 040
Plattendämmstoffe
Mattendämmstoffe
Schütt- und Einblasdämmstoffe
Spezialprodukte
Eigenschaften
Steinwolleplatten sind wie andere Mineralwolle-Dämmstoffe nichtbrennbar und besitzen wärme- sowie schalldämmende Eigenschaften. Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sie sich für zahlreiche Anwendungen in der Hochbaudämmung. Darüber hinaus sind Platten aus Steinwolle schimmel- und fäulnisresistent.
Typische Einsatzbereiche sind die Flachdachdämmung, Zwischen- und Aufsparrendämmung, Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), hinterlüftete Fassaden, Innendämmsysteme, die Holzständerbauweise, leichte Trennwände sowie die Trittschalldämmung in Gebäuden. Je nach Anwendungsbereich stehen Platten mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften zur Verfügung.
Die Platten lassen sich in der Regel mit einem geeigneten Dämmstoffmesser zuschneiden. Bei der Verarbeitung sind die für Mineralwolle-Dämmstoffe vorgesehenen Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen zu beachten.
Rohstoffe und Herstellungsverfahren
Rohstoffe: vorwiegend mineralische Rohstoffe wie Diabas, Basalt, Dolomit und Phonolith, recycelte Steinwolle und weitere (Sekundär-) Rohstoffe sowie geringe Mengen an Bindemitteln und, bei wasserabweisenden Produkten, Hydrophobierungsmitteln[i]
Die mineralischen Ausgangsstoffe werden bei Temperaturen von etwa 1500 °C eingeschmolzen und anschließend im Schleuder- oder Düsenblasverfahren zerfasert. Das Grundprinzip der Zerfaserung ähnelt einem natürlichen Vorgang bei Vulkanausbrüchen: Aus flüssiger Lava können durch Luftbewegungen feine Fasern entstehen, die auf Hawaii als „Peles Haar“ bezeichnet werden.
Beim Schleuderverfahren trifft ein Strahl der Schmelze auf schnell rotierende Schwungscheiben und wird durch die Drehbewegung zu Fasern geschleudert. Beim Düsenblasverfahren fließt die Glasschmelze durch viele Düsen, nachdem sie die Schmelzwanne durchlaufen hat. Dabei entstehen Fäden, die mithilfe von Druckluft zu Fasern ausgezogen werden.
Im nächsten Schritt werden geringe Mengen eines wasserlöslichen Bindemittels, Staubbindeöl und ggf. Hydrophobierungsmittel zugeführt, um die Stabilität und wasserabweisenden Eigenschaften sicherzustellen. Es folgt eine Erhitzung zur Aushärtung des Bindemittels und schließlich das Zuschneiden und Verpacken der fertigen Steinwolleplatten.
Technische Daten
Die technischen Eigenschaften von Steinwolleplatten unterscheiden sich je nach Produkt und vorgesehenem Anwendungsbereich. Die nachfolgenden Angaben zeigen beispielhafte Kenngrößen. Maßgeblich sind die jeweiligen Produktdatenblätter und Leistungserklärungen der Hersteller.
Eigenschaft | Einheit | Kenngrößen | |
|---|---|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit λR | W/(mK) | 0,034 | 0,039 |
| Rohdichte ρ | kg/m³ | 50-60 | 120-180 |
| Wärmespeicherkapazität c | J/(kgK) | 840-1030 | 840-1030 |
| Baustoffklasse | -- | A1 | A1 |
| Wasserdampfdiffusionswiderstand μ | -- | 1 | 1 |
| Schmelzpunkt | °C | >1000 | >1000 |
| Wasserabweisende Wirkung | -- | Produktabh. | |
Steinwolle gehört zur Produktgruppe Mineralwolle und ist recyclingfähig. Sortenrein erfasstes Material – also getrennt von anderen Baustoffen und möglichst frei von Fremdstoffen – kann aufbereitet und wieder in den Herstellungsprozess zurückgeführt werden.[i] Ist eine Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung nicht möglich, erfolgt die Entsorgung nach den geltenden abfallrechtlichen Vorgaben auf einer Deponie.
Für Steinwolle bieten mehrere Hersteller entsprechende Rücknahme- und Recyclingsysteme. Diese betreffen insbesondere saubere und sortenreine Produktions- und Baustellenreste.[ii],[iii],[iv],[v] Unter bestimmten Voraussetzungen bestehen bei einzelnen Herstellern auch Rücknahmemöglichkeiten für Steinwolle aus dem Rückbau.[ii],[iii] Ob Material zurückgenommen und recycelt werden kann, ist unter anderem von Hersteller, Art, Alter und Zustand der Steinwolle sowie von den Anforderungen des jeweiligen Rücknahmesystems abhängig.
Informationen zu Rücknahme- und Recyclingsystemen einzelner Steinwolle-Hersteller gibt es beispielsweise hier:
- - DEUTSCHE ROCKWOOL – „Rockcycle“[ii]
- - SAINT-GOBAIN ISOVER – „EASY ECO“[iii]
- - Knauf Insulation – „RESULATION“[iv]
- - Paroc – „REWOOL“[v]
Für werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe aus Mineralwolle gilt die DIN EN 13162. Die anwendungsbezogenen Mindestanforderungen für Mineralwolle-Wärmedämmstoffe sind in DIN 4108-10, Tabelle 3 festgelegt.
Zusätzlich sind je nach Anwendungsbereich die produktspezifischen Unterlagen, Leistungserklärungen und Verarbeitungshinweise der Hersteller zu berücksichtigen.
Gesundheit und Ökologie
Für Mineralwolle-Dämmstoffe sind in Deutschland gesetzliche Vorgaben für die verwendeten Fasern einzuhalten. Dazu zählen insbesondere die Freizeichnungskriterien der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV).
Das RAL Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ zeichnet Mineralwolle-Produkte aus, bei denen die maßgeblichen Freizeichnungskriterien nach den Güte- und Prüfbestimmungen der Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. nachgewiesen sind. Die Erfüllung dieser Anforderungen wird regelmäßig überwacht.[vi]
Eine weitere freiwillige Kennzeichnung für Wärmedämmstoffe ist die europäische KEYMARK. Im Rahmen der Zertifizierung werden ausgewiesene Produkteigenschaften nach den zugrunde liegenden europäischen Produktnormen geprüft und überwacht.
Für die Bewertung von Umweltwirkungen können Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) herangezogen werden. Sie enthalten nach festgelegten Regeln ermittelte Umweltkennzahlen für definierte Phasen des Lebenszyklus.
Quellen:
[i] FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V.: UMWELT-PRODUKTDEKLARATION nach ISO 14025 und EN 15804+A2 Mineralwolle-Dämmstoff im hohen Rohdichtebereich, 29.06.2023, https://www.der-daemmstoff.de/wp-content/uploads/2023/07/Mineralwolle-Daemmstoff-im-hohen-Rohdichtebereich_EN15804A2.pdf (abgerufen am 31.08.2026)
[ii] DEUTSCHE ROCKWOOL GmbH & Co. KG: Rockcycle – Abfallrücknahme-Service für Steinwolle. Informationen zur Rücknahme von Steinwolle-Baustellenverschnitt sowie unter definierten Voraussetzungen von eigenen Steinwolle-Dämmstoffen aus Sanierung und Rückbau, https://www.rockwool.com/de/downloads-und-services/steinwolle-entsorgen/ (abgerufen am 31.08.2026).
[iii] SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG: EASY ECO – Recycling und Entsorgung mit ISOVER. Informationen zur Rücknahme von Mineralwolle-Baustellenverschnitten sowie zu Rücknahmemöglichkeiten für definierte, registrierte Produkte nach einem späteren Rückbau, https://www.isover.de/recycling-und-entsorgung-mit-isover#mineralwolle-ist-recyclebar (abgerufen am 31.08.2026).
[iv] Knauf Insulation GmbH: RESULATION – Rücknahme und Recycling von Dämmstoffresten. Rücknahmesystem für saubere und sortenreine Steinwolle-Dämmstoffreste aus neuer Ware; gebrauchte Dämmstoffe aus dem Rückbau werden derzeit nicht angenommen, https://knauf.com/de-DE/knaufinsulation/services/resulation (abgerufen am 31.08.2026).
[v] Paroc GmbH: REWOOL – Rücknahme- und Recyclingsystem. Informationen zur Rücknahme sauberer und sortenreiner Verschnittreste von PAROC Steinwolle-Hochbauprodukten, https://www.paroc.com/de-de/article/rewool-take-back-and-recycling-system (abgerufen am 31.08.2026).
[vi] Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V.: https://www.ral-mineralwolle.de (abgerufen am 31.08.2026)
- nichtbrennbar
- zahlreiche Anwendungsbereiche, z. B. Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), Fassaden- und Kerndämmung, Flachdach
- wärme- und schalldämmende Eigenschaften
- Produkte für Anwendungen mit Anforderungen an die Druckbelastbarkeit erhältlich
- alterungsbeständig sowie schimmel- und fäulnisresistent
- Steinwolle kann Recycling- und Sekundärmaterialien enthalten
- Zu beachten:
- für Anwendungen mit Anforderungen an die Druckbelastbarkeit sind entsprechend geeignete Steinwolleplatten auszuwählen
- bei Auswahl und Verarbeitung sind die jeweiligen Produkt- und Herstellervorgaben zu beachten